Artischocke – Cynara scolymus

Beheimatet ist die Artischocke (lateinisch Cynara scolymus) im mediterranen Raum. Sogar aus dem alten Persien, aus Nordafrika und Äthiopien gibt es Nachweise für den Anbau. Auf den kanarischen Inseln, aber auch in manchen Regionen Südamerikas wird die Pflanze bereits seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel genutzt.

Die Römer schätzten die medizinischen Wirkungen der Pflanze. Schon im zweiten Jahrhundert wurde die Artischocke auf den Märkten rege gehandelt.

Die heutigen Hauptanbaugebiete sind nach wie vor Italien und Südfrankreich, daneben existieren in Spanien, Ägypten und den USA Ländereien mit großflächigen Artischocken-Feldern.

Artischocke – Sowohl Nahrungs- als auch Heilmittel

Artischocke: Nahrungsmittel und Heilpflanze

Die positive Wirkung auf den menschlichen Organismus war bereits den Pharaonen bekannt. Besondere Elixiere und Teekompositionen wurden schon in früher Zeit für Heilzwecke verwendet. Und auch heute werden Tees und Kapseln mit Extrakten bei vielen Beschwerden empfohlen.

Als kulinarische Delikatesse gelten die Artischockenherzen, und auch die am Blütenkopf vorhandenen Hüllblätter sind ein willkommenes Nahrungsmittel. Medizinisch wirksam aber sind die Blätter der Artischocke, die sich am Stängel befinden. Sie enthalten Flavonoide in einer Konzentration von 0,5 Prozent, besonders als Luteolin und Cynarosid. Bitterstoffe findet man mit einem Anteil von bis zu vier Prozent, etwa Cynaropikrin.

Die Wirkungen der Artischocke

Besonders die Bitterstoffe regen die Produktion von Magensäure an und damit den Appetit. In der Leber werden Gallensäuren vermehrt gebildet, die Gallenblase wird angeregt, mehr Gallensäure abzugeben. Als Folge erleichtert die Artischocke im Darm die Verdauung von Fett. Wissenschaftliche Studien weisen außerdem darauf hin, dass die Lebertätigkeit unterstützt und den Cholesterinspiegel gesenkt wird.

Extrakte aus Artischockenblättern helfen bei Appetitlosigkeit und mindern Blähungen, ein besonders nach fettigen Mahlzeiten entstehendes Völlegefühl ist auf diese Weise gut behandelbar. Noch liegt kein ausreichendes Studienmaterial vor, um einen Schutz vor Folgen eines hohen Cholesterinspiegels mit Sicherheit nachzuweisen, zum Beispiel vor einer Arteriosklerose.

Sollten Sie allergisch auf die Artischocke und auch andere Korbblütler reagieren, sind Extrakte der Artischocke nicht ratsam. Desgleichen sind Gallensteine oder ein Verschluss der Gallenwege ein Anlass, auf die Artischocke zu verzichten.

Der Selbstanbau der Heilpflanze

Aus botanischer Sicht ist die Pflanze ein Tiefwurzler, sie benötigt einen nährstoffreichen, lockeren und tiefgründigen Boden. Der Standort sollte warm und sonnig sein, windgeschützt, und ein Winterschutz sollte aufgebracht werden. Kompost und Stallmist eignen sich für die Düngung, die Keimtemperatur liegt bei 20 bis etwa 25 Grad. Die Pflanze ist ein Starkzehrer, ihr gefallen pH-Werte ab 6,5 bis zu 7,5.

Artischocken können auf der Fensterbank vorgezogen oder als Direktsaat im Freien gepflanzt werden. Wenn Sie beabsichtigen, noch im selben Jahr zu ernten, beginnen Sie mit der Aussaat bereits im Februar. Pro Anzuchtschale werden drei Samen eingesät, aber nur die kräftigsten eignen sich zur Kultivierung. Das Anbauen sollte Mitte Mai im Freiland stattfinden. Der Abstand der Pflänzchen beträgt 60 Zentimeter.

Weil die Artischocke ursprünglich in meditteranen Gefilden heimisch war, sollte eine Sorte ausgewählt werden, die das heimische Klima verträgt. Nicht empfohlen wird die violette Artischocke, die nur Sonne liebt und auf Regen empfindlich reagiert. Die „Große von Laon“ hingegen toleriert auch das feuchtkalte Wetter unserer Breiten.

Ernten im zweiten Jahr

Im Sommer bis weit hinein in den Spätherbst des zweiten Lebensjahres kann geerntet werden. Öffnen sich die äußeren Blätter, sind die Früchte reif. Noch vor dem Aufblühen werden die Blütenköpfe abgenommen, denn danach wird der essbare Boden ungenießbar.

Sowohl als Nahrungs- als auch als Heilmittel ist die Artischocke seit Urzeiten geschätzt und etabliert. Allergien, Gallensteine oder ein Verschluss der Gallenwege sind allerdings Grund genug, die Pflanze zu meiden. Der Selbstanbau ist sogar für den erfahrenen Hobbygärtner eine anspruchsvolle Aufgabe.

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